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Frühkindliche Reflexe bei Babys in den ersten zwölf Monaten

Neugeborene verfügen über zum Teil komplexe Reflexe. Diese Reflexe geben einen guten Anhaltspunkt über den neurologischen Reifezustand des Kindes und seine motorische Entwicklung. Die Reflexe werden daher bei Babys bei jeder Untersuchung geprüft. Um sich nicht über die Bewegungsmuster zu wundern sollten Eltern die folgenden Reflexe ihres Babys kennen und verstehen.

Der Greifreflex ihres Babys

baby greifreflex

Der Handgreifreflex verschwindet mit mit 4-5 Monaten

Der Greifreflex ihres Babys ist für sein Umfeld faszinierend. Bereits das Neugeborene greift mit seinen winzigen Händen den Finger der Eltern und Geschwister um ihn festzuhalten. Auch die Zehen des Säuglings verfügen über einen entsprechend ähnlichen Reflex. Wird die Fußsohle unter den Zehen des Kindes berührt krallen sie sich zusammen. Experten beschreiben dieses Reflexmuster, dass ihr biologisches Grundmuster darin bestünde, dass der Säugling versuche sich im Fell des Muttertieres fest zu halten.

Heute sei dieser eher prähistorisch anmutende Reflex funktionslos, ließe allerdings auf das Bedürfnis des Babys nach körperlicher Nähe ihrer Bezugspersonen schließen. Bei Angst oder Unzufriedenheit lässt sich der Säugling durch Körperkontakt am besten beruhigen es ist wichtig das der Hand Greifreflex mit 4-5 Monaten und der Fußgreifreflex mit 9-10 Monaten verschwinden, damit das Kind gezielt greifen und Laufen erlernen kann. Bleiben diese Reflexe über den genannten Zeitraum hinaus, so sagt man sie persistieren.

Der Saugreflex Ihres Babys

saug reflex babyDer Saugreflex ist für das Neugeborene überlebenswichtig. Man sagt der Sorgreflex bestehe aus zwei Phasen, dem festen umfassen des Auges, der Brustwarze oder beispielsweise des Fingers mit den Lippen, sowie dem erzeugen von Unterdruck der durch zurückziehen der Zunge des Säuglings entsteht.
Babys verfügen über einen Wangen Fetttropf, spezielle Fettpolster in der Wange. Diese verhindern das die Wangen beim saugen einfallen. Der Vorgang des Luftholen und schlucken muss ist für die noch nicht ausgereifte Koordination des Babys schwierig und muss erst erlernt werden
der Suchreflex des Babys

berührt man sanft die Wange des Säuglings oder streichelt sie so wird es sich sofort in Richtung der berührten Seite wenden, weil es dort die milchgebende Brust der Mutter vermutet. Zu Beginn ist dieser Reflex noch grob motorisch und hastig entwickelt sich aber nach ungefähr drei Wochen zu einer ruhigen und Ziel gerichteten Bewegung. Ab dem dritten Monat wird der suche Flex zu einer gewollten Handlung.

Der Schreit-Reflex des Babys

der Schreit-Reflex von Neugeborenen hat etwas überraschendes. Fasst man das Baby unter den Schultern und hebt es an sodass die Füße den Boden berühren so wird es in Schritten versuchen voranzugehen. Für den Kinderarzt ist der schreit Reflex des Babys ein gutes Zeichen, denn es lässt sich daraus ableiten dass das Kind über einen gesunden Bewegungsapparat verfügt. Der schreit Reflex ist nicht immer einfach auszulösen und wird daher vom Arzt beurteilt. Eltern und Geschwister sollten nicht versuchen, ob das Baby schon laufen kann, da dies zu Unfällen führen kann. Mit ca 4-5 Wochen verschwindet der Schreit-Reflex.

Der Moro Reflex

Der nach dem bekannten Kinderarzt Aldo Moro benannte Reflex wird auch als Umklammerungsreflex benannt.

Er besteht aus zwei Phasen: in der ersten Phase des Umklammerung Reflexes wirft das Baby die Arme plötzlich ausgestreckt nach hinten, in der zweiten Phase führt das Baby sie dann langsam wieder zusammen. Ausgelöst wird der Reflex bei Erschrecken des Kindes Erschütterung oder auch bei zurückfallen des Kopfes oder Oberkörpers. Schreckhafte Babys können auch ohne erkennbare Auslöser diese Reflexe haben, man bezeichnet dies als Spontan-Moro.

Die Moro-Reaktion führt bei Säuglingen häufig zu Unruhe oder Weinen, und man sollte sie durch geübte Griffe vermeiden. Mit etwa zwei Monaten verschwindet dieser Reflex zunehmend.

Der Nackenreflex des Babys

der Nackenreflex sieht aus als würde der Säugling in die Position eines Sportfechter gehen. Liegt der Kopf nach links gewendet, so wird der linke Arm gestreckt und der rechte Arm gebeugt. Oder auch umgekehrt. Man bezeichnet diesen asymmetrisch-tonischen Reflex auch als ATNR oder Fechterstellung.

Der vestibulookuläre Reflex

dieser Reflex lässt sich beobachten wenn nicht das Baby selbst den Kopf dreht, sondern jemand anders. Die Augen und Blickrichtung des Babys werden sich trotz Drehung des Kopfes nicht verändern, sondern bleiben in der ursprünglichen Blick Richtung. Dieser Reflex gibt Auskunft wie intakt die Steuerung der Augenbewegung und die Koordination sind. Dieser auch als Puppenaugenphänomen bekannte Reflex lässt sich am einfachsten bei aufgerichteten Oberkörper des Babys auslösen. Der Reflex verschwindet schon in den ersten vier Wochen.

Augenreflexe des Babys

der Glabellareflex führt bei einem vorsichtigen Klopfen auf die Nasenwurzel des Kindes zu einem Zusammenpressen der Augenlider. Auch bei lauten Geräuschen führt der sogenannte Ohr-Lid-Reflex zu einer solchen Reaktion. Das Auslösen des Reflexes und das Schließen der Augen auf ein Geräusch hin kann somit als grober Hörtest fungieren.

Atemschutz-Reflex des Babys

Der Säugling verschließt automatisch die Atemwege, wenn Nase und Mund mit Wasser in Kontakt kommen. Dieser Schutzreflex verhindert, das Wasser in die Lunge kommt. Der Atemschutz-Reflex verschwindet nach wenigen Monaten.

Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex (ATNR) des Babys

Der ATNR-Reflex wird auch Fechterstellung genannt. Er dient dem Training des Gleichgewichts des Babys. Wird der Kopf des Säuglings nach auf die rechte Seite gedreht, so streckt das Baby das rechte Bein und den rechten Arm aus, Arm und Bein auf der linken Seite werden hingegen angezogen.

Labyrinthstell-Reflex des Babys

Dank des Labyrinthstell-Reflex des Babys kann es  mit etwa ein bis zwei Monaten in Bauchlage den Kopf heben. Dieser Reflex dient der Raum-Orientierung des Säuglings und endet üblicheweise nach dem ersten Lebensjahr.

Suchreflex des Babys

Von Geburt an sind Säuglinge mit dem sogenannten Suchreflex ausgestattet. Der Suchreflex hilft dem Kind, die Brust der Mutter oder alternativ die Milchflasche zu finden.  Wenn man dem Baby die Wange sanft streichelt fühjrt dieser Reiz dazu, dass das Baby seinen Kopf in Richtung der vermeintlichen Nahrungsquelle dreht, den Mund öffnet und mit Saugen beginnt. Nach einigen Monaten verschwindet dieser Reflex wieder. In den 30 Minuten direkt nach der Geburt ist dieser Reflex stark ausgeprägt, der Mutter wird deshalb empfohlen, ihr Baby gleich an die Brust anzulegen.

Eine kurze Zusammenfassung über das Abklingen der Reflexe:

  • der Suche-Reflex beginnt mit der Geburt und verschwindet nach 3-4 Monaten
  • der Handgreif-Reflex beginnt mit der Geburt und verschwindet nach 4-5 Monaten
  • der Fußgreif-Reflex beginnt mit der Geburt und verschwindet nach 9-10 Monaten
  • der Moro-Reflex beginnt mit der Geburt und verschwindet mit ca. zwei Monaten
  • der Schreit-Reflex beginnt mit Geburt und verschwindet nach 4-6 Monaten
  • der Atemschutz-Reflex beginnt mit Geburt und verschwindet nach 5-7 Monaten

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