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Kind schlagen – Studie zu Auswirkungen

Ohrfeigen und Prügelstrafe für Kinder als Disziplinierung der Eltern führt immer wieder zu hitzigen Debatten. Eine neue Metaanalyse von fünf Jahrzehnten Forschung legt jedoch nahe, dass neben den psychologischen Auswirkungen auf die Kinder auch ein hoher Preis für die Eltern zu zahlen ist.

Auswirkungen von körperlichen Strafen auf Kinder

Es ist schwierig, die Auswirkungen von Schlagen, Ohrfeigen und Prügelstrafe zu messen. Nicht nur, weil viele Menschen voreingenommen an das Thema herangehen. Sondern auch, weil das Versohlen von Kindern, das sogenannte Spanking, oft mit anderen Formen körperlicher Bestrafung einhergeht. Viele Studien differenzieren dies nicht ausreichend voneinander um Rückschlüsse zuzulassen.

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Moderne Pädagogen setzen auf gewaltfreie Erziehung bei Kindern. Prügelstrafe, Schlagen und Ohrfeigen sind tabu.

Im Journal of Family Psychology sammelte Dr. Gershoff von der Universität Austin Studien über die Auswirkungen von Spanking, die insgesamt 160 927 Kinder betrafen. Die Analyse konzentrierte sich hierbei auf das, was die meisten Amerikaner als Spanking erkennen würden. Spanking wird als ein Schlag mit der offenen Hand auf das Gesäß oder die Gliedmaßen definiert.

Gershoff kam zu dem Schluss, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Spanking und 13 der 17 getesteten schädlichen Auswirkungen gibt. Am auffälligsten war, dass es sich um ein äußerst ineffizientes Mittel handelt, um Kinder dazu zu bringen, die Wünsche der Eltern zu respektieren.

Schädlich und ebenso nutzlos

Es wurde zudem festgestellt, dass die Prügelstrafe mit unbeabsichtigten schädlichen Ergebnissen verbunden war und nicht mit einer unmittelbareren oder langfristigeren Einhaltung der elterlichen Regeln, so Dr. Gershoff.

Darüber hinaus ist das häufige Argument „das hat mir auch nicht geschadet“ nicht besonders stichhaltig. Erwachsene, die in ihrer Kindheit verhauen wurden, leiden häufiger an psychischen Problemen und verhalten sich häufiger antisozial.

UNICEF-Bericht zur Prügelstrafe: Weltweit ein Problem

Einem UNICEF-Bericht zufolge haben in den meisten Ländern mehr als 70 % der Kinder im Vormonat eine Tracht Prügel bekommen. Die von den Forschern gesammelten Daten legen jedoch nahe, dass die Häufigkeit der Prügelstrafe genauso relevant ist, wie die Tatsache das es passiert oder eben nicht. Je häufiger ein Kind den Hintern versohlt bekommt, desto wahrscheinlicher sind negative Auswirkungen.

Auswirkungen und Rechtslage in Deutschland

Der Aspekt der wissenschaftlichen Studie, der am ehesten Unglauben hervorrufen dürfte, ist der Vergleich mit roher körperlicher Gewalt. Als Gesellschaft betrachten wir das verhaltene Strafen, wie eine Ohrfeige und körperliche Gewalt als getrennte Verhaltensweisen. Dennoch zeigen die Untersuchungen, dass beide Formen mit denselben negativen Ergebnissen für das Kind verbunden sind wie eine Misshandlung. Das Ausmaß ist nur wenig geringer.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.“ So steht es im deutschen Gesetz (BGB). Das bedeutet: Eltern dürfen ihre Kinder nicht schlagen.

Die Tatsache, dass der Vergleich zwischen Schlagen und Misshandlung immer noch eine negative Reaktion bei vielen hervorruft ist weiterhin alamierend. Un das obwohl Psychologen schon lange argumentieren, dass es sich eigentlich um das Gleiche handelt.

In Deutschland bleibt es dabei, auch die „kleine“ Ohrfeige ist tabu. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Das deutsche Familienminsiterium hat hierzu einen Leitfaden für Eltern entworfen.