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Warum Schreien und Weinen Babys – und wie beruhigt man sie?

Das Babys weinen ist vollkommen normal. Selbst Neugeborene Babys weinen zwischen ein bis 3 Stunden jeden Tag. Babys benötigen menschliche Nähe, Wärme und Essen – zu Schreien oder zu Weinen ist der einzige Weg uns mitzuteilen, dass das Baby etwas haben möchte. Denn es kann sich noch nicht selbst versorgen.

Besonders junge Eltern oder Eltern, die ihr erstes Kind bekommen, fällt es nicht einfach zu verstehen, was das Baby von Ihnen möchte.

Gerade zu Beginn sind die Kommunikationsfähigkeiten des Babys nur auf Weinen und Schreien beschränkt sie können ihren Eltern noch nicht per Augenkontakt oder an Lächeln Signale geben oder ihre Geräusche differenzieren. Aber in der Regel lernen die Eltern schnell die verschiedenen Bedürfnisse des Babys heraus zu hören. Je mehr Kommunikation dann stattfinden kann desto weniger wird das Baby als Ausdruck eines Bedürfnisses Schreien oder Weinen.

Die Grundbedürfnisse die ihr Baby Ihnen zu Beginn mitteilen möchte sind die folgenden:

baby schreit - was tun

Das Babys schreien und weinen ist ganz normal. Außer schreien und Weinen haben kleine Kinder keine Kommunikationsmöglichkeiten.

Das Baby schreit weil es Hunger hat

je jünger ihr Baby ist, desto häufiger wird Hunger der Grund für weinen oder schreien sein. Die kleinen Babys können in ihren noch winzigen Bauch nicht allzu viel Nahrung aufnehmen und haben daher öfter und schneller wieder Hunger.

Ist das Baby gestillt oder gefüttert und weint noch immer, so drückt es damit gegebenenfalls ein weiteres Bedürfnis aus.

Das Baby möchte menschliche Nähe

zahlreiche Eltern denken sie würden ihr Baby“ verziehen“, wenn sie es zu häufig in den Arm nehmen und es liebkosen. In den ersten Lebensmonaten kann ihr Baby allerdings gar nicht genug Liebe, Zuneigung und Nähe bekommen. Der Körperkontakt und das Gefühl der Geborgenheit geben dem jungen Baby Sicherheit und beruhigen es.

Mütter können ihr kleines Baby in einer Manduca, also einem Tuch am Körper tragen und sich so auch frei im Haushalt bewegen. Das Baby ist immer mit direktem Körperkontakt dabei.

Das Baby ist müde und kann nicht schlafen

baby schreit wie beruhigen

Ist das Baby müde und kann nicht schlafen, so weint oder schreit das Baby. Gönnen Sie dem Kind Ruhe: Legen Sie den Säugling in einen ruhigen Raum mit gedämpften Licht. Packen Sie es warm und kuschelig ein.

Babys schlafen nahezu in jeder Position und Situation ein. Trotzdem kann es am Ende des Tages überdreht sein und vor lauter Aufregung wegen vieler neuer Eindrücke nicht einschlafen, sondern es weint oder schreit, obwohl es gefüttert wurde und viel Nähe in den letzten Stunden erlebt hat.

Gerade wenn viele Fremde zu Besuch waren, müssen die Kinder dies auch verarbeiten.

Legen Sie Ihr kleines Baby dann in einen ruhigen Raum mit gedämpften Lichts und packen sie es warm und gemütlich ein je weniger Geräusche es in diesem Raum gibt umso schneller wird das Kind sich wieder beruhigen und wahrscheinlich einschlafen.

Das Gehirn des Kindes ist noch klein und nicht ausgereift, deshalb müssen sie erst lernen die vielen Eindrücke des täglichen Lebens zu verarbeiten.

Das Baby braucht eine neue Windel

Babys reagieren sehr unterschiedlich auf volle Windeln. Die einen schreien und weinen wenn die Windel voll ist, die andern scheinen sich mit einer vollen, warmen Winde geradezu wohlig zu fühlen. Es ist jedoch immer zu empfehlen das Baby bei voller Windel zeitnah trocken zu legen und frisch zu wickeln, denn Babys haben eine empfindsame Haut. Moderne Windeln haben einen Teststreifen vorne, mithilfe dessen sie feststellen können ob die Winde durchfeuchtet ist. Lieber einmal mehr nachsehen als einmal zu wenig ist für kleinen Säuglinge auf jeden Fall empfehlenswert. Überprüfen Sie den Sitz der Windel und ob diese zu eng geschlossen ist und prüfen Sie auch ob das Baby am Po und zwischen den Beinen trocken und sauber ist oder ob es eine gerötete und entzündete Haut hat. Verwenden Sie am besten nur frisches lauwarmes Wasser zum Reinigen und lassen Sie sich von ihrer Hebamme oder ihrer Apotheke eine Creme empfehlen wenn das Baby wund ist. Überprüfen Sie ebenfalls den Sitz der Kleidung dass diese nichts zu fest und unbequem ist.

Dem Baby ist zu heiß oder zu kalt

durchaus einige Babys mögen es nicht, gewickelt oder gebadet zu werden und Schreien und Weinen. Aufgrund der empfundenen Kälte pieseln sie beispielsweise, sobald ihnen die Windel abgelegt wurde. Wenn man wissen möchte ob dem Kind zu warm oder zu kalt ist, fühlt man die Temperatur an seinem Bauch. Machen Sie sich keine Sorgen wenn Hände und Füße etwas kälter sind dies ist bei Säuglingen ganz normal. Die meisten Babys mögen es warm und kuschelig ist ihr Kind besonders empfindlich beim wickeln, werden sie dies schnell merken und ein höheres Tempo beim Windelwechsel entwickeln. Man achtet am besten darauf das Baby nicht zu warm anzuziehen damit es dem Baby nicht heiß wird.

Beim Schlafen ist für das Baby einer Raumtemperatur von 16-20 °C angenehm. Sind die Tage sehr heiß so können Sie mit folgenden Punkten dem Baby eine angenehme Temperatur verschaffen:

  • Lassen Sie tagsüber Rollladen und Vorhänge geschlossen, damit sich die Räume nicht zu stark aufheizen.
  • Entfernen Sie Polsterung am Kinderbett damit die Luft besser zirkulieren kann.
  • Das Baby sollte beim Schlafen keine Mütze tragen. Über die feindlich blutete Kopfhaut kann es überschüssige Wärme abgeben.
  • Öffnen von mehreren Fenstern bringt Durchzug und lüftet die Wohnung durch

Lassen Sie ihr Baby niemals unbeaufsichtigt im Kindersitz des Autos schlafen. Selbst bei geöffneten Fenstern erreichen in der Sonne geparkte Autos extrem hohe Temperaturen

Dem Baby ist einfach nach Heulen zumute

baby weint - wie beruhigen

In den ersten Monaten kann ein Baby gar nicht genug Zuneigung und Nähe bekommen. Körperkontakt und das Gefühl der Geborgenheit geben dem Neugeborenen Sicherheit und beruhigen es.

Babys sind sehr sensibel und empfindlich – die stressigen Erfahrungen der ersten Lebenstage können eine beachtliche Menge emotionalen Schmerz angesammelt haben.

Der Körper der Neugeborenen hat bei der Geburt Höchstleistungen durchgestanden und eine traumatische Geburt oder Schwierigkeiten während der Geburt können in ihnen Stress verursacht haben den sie nun durch Schreien und Weinen emotional abbauen. Dieses Weinen ist ein natürlicher Heilungsmechanismus des Körpers.

War der Säugling beispielsweise für einige Tage im Brutkasten isoliert und ohne viel menschlichen Kontakt, so wird es möglicherweise über einen Zeitraum von mehreren Monaten viele Stunden Schreien, Toben und Weinen um den emotionalen Schmerz loszulassen, den es durch diese verwirrende Erfahrung mitbekommen hat.

Ein drei Monate altes Baby muss eventuell lange Weinen, wenn es beim Besuch der Familie von vielen ihm fremden Menschen auf den Arm genommen wurde. Ein halbjähriges Kind das den ganzen Tag darum gekämpft hat den Boden entlang zu Robben und damit nicht sehr erfolgreich war wird durch schreien und weinen seiner Frustration Ausdruck verleihen um anschließend in Ruhe einschlafen zu können. Weinen ist also nicht immer der Ausdruck von Schmerz sondern häufig ein Mittel um Schmerz zu heilen.

Angst das Baby ist krank, wenn es weint

obwohl das Baby gefüttert wurde, gewickelt wurde und körperliche Nähe und Geborgenheit erfährt weint es weiter und die Eltern machen sich Sorgen ob das Kind krank ist oder es Schmerzen hat. Eltern sollten bei ihrem Kind darauf achten ob ihr Baby in einem anderen Ton als sonst weint oder schreit. Beispielsweise in einer höheren Tonlage oder schwächer oder lauter als es das sonst tut. Auch wenn das Baby ungewöhnlich Still und leise ist könnte dies ein wichtiges Signal für Schmerzen oder Krankheit sein. Die Eltern kennen ihr Kind am besten wenn sich das Gefühl einstellt, dass etwas nicht stimmen kann, so sollten Eltern Kontakt mit ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin aufnehmen. Kommt das Kind beim Weinen oder Schreien in Atemnot und sind Verstopfung, Durchfall oder Erbrechen Begleiterscheinungen, so nehmen Sie unbedingt Kontakt mit dem Arzt auf.

Was tun wenn das Baby immer noch weint?

Mit der Zeit können Eltern das Weinen und Schreien ihres Babys besser einschätzen. Sie wissen auch wie sie es in der Regel gut beruhigen können. Wenn das Kind sich nicht beruhigt wenn es auf dem Arm genommen und schmust wird, so gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Das Baby auf dem Arm wiegen
    Fast alle Babys lieben es gewiegt zu werden und lassen sich somit schnell beruhigen wenn sie aufgeregt sind. Nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm und gehen Sie mit ihm ein paar Schritte herum. Sie können es auch in den Kinderwagen legen und einen Spaziergang mit ihm machen. Frische Luft macht die Kinder müde.
  • Gleichmäßige Geräusche als Kulisse
    Manche Eltern schwören darauf, ihr Kind im Auto herum zu kontaktieren, weil das sonore gleichmäßige Geräusch des Motors und die Bewegung des Fahrzeugs viele Säuglinge beruhigt. Man sollte dabei jedoch Bedenken, dass sich das Kind daran gewöhnt und man damit zu häufigen Autospazierfahrten gezwungen ist. Andere Eltern legen ihr Baby neben (niemals auf) die Waschmaschine oder den Trockner oder laden sich eine App mit weißen Rauschen für ihr Smartphone herunter.
  • Dem Baby etwas zu nuckeln geben
    Bei manchen Babys ist der Drang zum Saugen sehr stark ausgeprägt und wenn sie einen Schnuller bekommen um daran zu saugen, werden sie augenblicklich ruhig und fühlen sich wohl. Dies lockert häufig die Bauchmuskulatur und entspannt das Neugeborene, ebenso beruhigt sich der Herzschlag.
  • Ein warmes Bad für das Baby
    Zu Beginn sind viele Eltern ängstlich beim Baden ihres Neugeborenen und es sicher in der Wanne festzuhalten. Zu Beginn bietet es sich daher an, dass beide Elternteile das Baby gemeinsam Baden. Schnell bekommen die Eltern Übung darin. Die Wassertemperatur sollte 37° betragen. Die Schulter des Babys ruht auf dem linken Unterarm mit der Hand umfasst man die linke Schulter des Babys. Mit der rechten Hand wäscht man das Kind. Es empfiehlt sich ein leichtes Tuch zu nehmen und damit das Baby abzudecken, dies fängt die Temperaturschwankungen von nackter Haut an der Luft und im Wasser ab.
  • Massage für das Baby
    Im Drogeriemarkt und der Apotheke erhält man Kräuteröle mit denen man den Bauch oder den Rücken des Babys massieren kann. Massieren Sie den Bauch immer im Uhrzeigersinn und nur mit ganz sanftem Druck.
  • Haltung des Babys beim Füttern
    Wenn das Neugeborene Blähungen hat, so sollte man es in einer möglichst aufrechten Position füttern. Legen Sie es anschließend an ihre Schulter damit es einen „bäuerlichen“ machen kann. Vergessen Sie nicht das Sprungtuch unter zulegen.

Weinen und Schreien des Kindes bedeutet Stress und Schuldgefühle für die Eltern

baby hört auf mit schreien und weinen

Falls es ein Trost ist: Das Baby wird schon bald lernen, seine Bedürfnisse anders, als mit Weinen und Schreien zu kommunizieren. Das Baby wird seltener Weinen und Schreien und schließlich auch damit aufhören.

Eltern mit einem unruhigen Kind, das viel weint und schreit, geben sich häufig selbst die Schuld. Sie glauben, dass ihre eigene Unzulänglichkeit die Signale des Babys nicht zu verstehen und zu erfüllen, die Ursache des Weinen und Schreien seien.

Dies trifft aber nur ganz selten zu. Nachdem die Eltern alles probiert haben und Sie sich sicher sind, dass die Bedürfnisse ihres Babys gestillt sind, erinnern Sie sich daran, dass sie nicht das Unmögliche von sich selbst verlangen können: Versuchen Sie etwas zur Ruhe zu kommen.

Es hilft sich selbst daran zu erinnern, dass es dem Baby an nichts fehlt und dass ihm das Weinen keine Schmerzen bereitet, sondern gegebenenfalls sogar emotionale Schmerzen verarbeitet werden.

Bitten Sie jemand aus der Familie oder eine Freundin das Kind für einige Stunden zu übernehmen damit auch Sie sich wieder beruhigen, entspannen und Kraft sammeln können.

Fragen Sie Ihre Hebamme oder befreundete Mütter wie diese mit Weinen und Schreien der Babys klarkommen.

Denken Sie daran, dass ihr Baby schon bald lernen wird seine Bedürfnisse auf andere Art und Weise, als mit Weinen und Schreien auszudrücken. Das Baby wird immer seltener Weinen und irgendwann schließlich auch damit aufhören.